
Ein Lebensabschnitt endet, doch die Geschichte geht weiter. Nach 44 Jahren, vier Monaten und vier Wochen voller Einsatz und Hingabe hat sich Harald Rothe offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Von 2009 bis 2016 war er das Herz und der kluge Kopf der Polizeizentralstation am Timmendorfer Strand – ein Mann, der nicht nur Ordnung hielt, sondern auch Vertrauen schuf. Seine Zeit dort war mehr als ein Beruf: Sie war ein Versprechen an die Gemeinschaft, ein Leben im Dienst der Menschen. Als der Abschied kam, begleiteten ihn nicht nur zahlreiche Geschenke – von handgeschriebenen Karten bis zu kleinen Erinnerungen –, sondern auch Worte, die tief berührten: Dankbarkeit, Respekt, Anerkennung. Doch Harald Rothe wäre nicht Harald Rothe, wenn er sich einfach zurücklehnen würde. Die Hände stillzuhalten, die Augen zu schließen – das passt nicht zu ihm. Stattdessen öffnete er ein neues Kapitel, eines, das schon lange in ihm schlummerte: ‚Harald Rothe – Das Foto‘.
Mit seiner Kamera in der Hand verwandelt er nun, was er sieht, in Bilder, die atmen. Sein Blick, geschärft durch Jahrzehnte als Polizist, findet das Unsichtbare im Sichtbaren – Details, die anderen entgehen, Momente, die sonst verloren gingen. Ob das sanfte Spiel des Lichts auf einer Welle, die stille Kraft eines Gesichts oder die verborgene Schönheit im Alltäglichen: Harald Rothe erzählt Geschichten, ohne Worte zu brauchen. Seine Fotografie ist kein Zufall, sondern ein Echo seiner Seele – präzise, einfühlsam, lebendig. Wo er einst Spuren las, um Rätsel zu lösen, fängt er nun das Leben ein, um es festzuhalten. Dies ist mehr als ein Handwerk – es ist seine Art, die Welt zu umarmen, sie mit uns zu teilen und sie in Bildern zu bewahren, die bleiben.